Alexander Lungu wird zum Priester geweiht
Manches Mal huscht dieses lausbubenhafte Lächeln über sein Gesicht. Wenn Alexander Lungu zum Beispiel über seine Zeit als Oberministrant spricht: „Das hat Spaß gemacht.“ Nein, der Lauinger hat in der Vergangenheit nicht immer ein priesterliches Leben geführt. Er war jung, in der Pubertät und hat auch mal über die Stränge geschlagen - genau, wie all die anderen. Und doch hat er sich nun zu einem ganz anderen Leben entschieden, wie all die anderen. Alexander Lungu wird in einer Woche im Augsburger Dom zum Priester geweiht (So., 27.06.2010, 14.30).
Damit entscheidet er sich nicht nur für einen Beruf. Der 27-Jährige entscheidet sich auch für ein Leben, das vom Zölibat geprägt sein wird. Ernst spricht er über dieses Thema. Und mit einem Mal scheint alles Jungenhafte aus seinem Gesicht verschwunden zu sein. Ein enger Gefährte, so wie ihn Eheleute im besten Fall haben, wird ihm ein Leben lang fehlen. Das ist Lungu bewusst. Und auch eigene Kinder bleiben ihm nach diesen Regeln verwehrt.
Doch ein zölibatäres Leben müsse nicht in Abgeschiedenheit geführt werden, meint er. Schließlich gibt es auch Freunde. Mit einem von ihnen hat er einst einen Spaziergang gemacht. Irgendwie kam ihm dabei ein Bild in den Kopf - wie er mit seiner Familie einen Gottesdienst besucht. Doch dabei kam ihm der Gedanke „Ich bin an der falschen Stelle.“ Nicht in der Kirchenbank, sondern am Altar ist sein Platz. Und das, was er für den Zölibat aufgebe, das bekomme er 1000-fach an Momenten der Erfüllung und Geborgenheit zurück, meint Lungu.
Das Gefühl, dass der Beruf des Priesters der richtige für ihn ist, das hat der Lauinger schon lange. Als Ministrant hat er viel Zeit mit Kaplänen und Priestern verbracht, ist mit ihnen auf Ausflüge gefahren und hat sich mit ihnen ausgetauscht. Es hat den damaligen Schüler beeindruckt, auf welche Art und Weise die Männer ihren Glauben gelebt haben. Noch heute erinnert er sich daran, wie ihn einer der Kapläne dazu eingeladen hat, beim Stundengebet mitzubeten. „Diese Dinge haben mich verändert.“
Als einer der Geistlichen dem Lauinger noch aufgezeigt hat, wie man mit einem Realschulabschluss doch noch Pfarrer werden kann, war der Weg klar. Lungu besuchte zu diesem Zeitpunkt die Fachoberschule in Neu-Ulm, absolvierte den technischen Zweig.
Wieder dieses lausbubenhafte Lächeln. Nein, mit diesem Zweig, mit dieser Stadt war er gar nicht zufrieden. Aus allen Wolken fiel er, als ihm mitgeteilt wurde, dass ausgerechnet dort seine erste eigene Gemeinde sein sollte. So vieles hatte er sich vorstellen können - aber ausgerechnet Neu-Ulm? Doch ein Priester verpflichtet sich auch dem Gehorsam gegenüber dem Bischof. Zwar kann er seine eigene Meinung sagen - doch getan werden muss, was der oberste Hirte will.
Mehrere Gottesdienste in der Heimatgemeinde
Mittlerweile freut sich Lungu auf die Herausforderung Neu-Ulm. „Ganz ehrlich“, sagt er und lächelt offen. Doch bevor es so weit ist, wird der gebürtige Rumäne in seiner Heimatgemeinde noch gefeiert. In der Leonhardikirche (Montag, 5. Juli, 19 Uhr, musikalische Gestaltung durch den Kirchenchor St.Martin), der Andreaskirche (Dienstag, 6. Juli, 18 Uhr) und der Spitalkirche (Freitag, 9. Juli, 19 Uhr) feiert er seine Triduumsgottesdienste. Am Sonntag, 11. Juli, 10.00, folgt die Primiz im Lauinger Martinsmünster.
Text: Martina Bachmann, Donauzeitung; Foto: Berthold Veh, Donauzeitung

