„Krass, phat, cool und crazy“: Firmung in Lauingen
So hatten sich die Firmlinge, ihre Paten und Eltern das sicher nicht vorgestellt: die Firmung in Lauingen wird von einem über 80-jährigen Prälaten vorgenommen. Da erwartet man einen zweieinhalbstündigen Gottesdienst, aber eher nicht, dass der Zelebrant die Hauptpersonen in jugendlicher Alltagssprache anspricht!
Stadtpfarrer Lothar Hartmann begrüßte mit Prälat Prof. erem. Dr. Georg Schmuttermayr: „Einen persönlichen Freund von Papst Benedikt XVI. aus dessen Regensburger Zeit.“ Schmuttermayr lobte die Firmlinge für ihr soziales Engagement. So hatte eine Firmgruppe beim Fastenessen am Missionssonntag einen stattlichen Geldbetrag eingenommen. Diesen stellten sie Bruder Lucius Marquardt OSB für sein Ausbildungsprojekt zur Verfügung. Dort in Tansania erhalten talentierte Jugendliche eine höhere Schulbildung, die ohne Hilfe am Geldmangel ihrer Familien scheiterte.Des Weiteren hob der Prälat Pastoralreferentin Friedlies Hopf-Schirm heraus, die 51 Firmlinge aus Lauingen und den Ortsteilen zusammen mit ihren Gruppenleitern bei der Vorbereitung auf das große Fest begleitet hatte.

In einer thematischen Einführung griffen einige Jungs das Motto der Firmung „Feuer und Flamme“ (für Jesus) auf: die Fußball-WM und die Firmvorbereitung seien in der Endphase parallel zueinander verlaufen. Bei beidem waren sie mit „Feuer und Flamme“ dabei. „Vielleicht geht aber wie bei der WM nach der Firmung die Begeisterung (für den Glauben) erst richtig los“?
In seiner Ansprache ging Prälat Schmuttermayr sehr lebendig auf die Jugendlichen ein: „Trotz SMS und MMS, iPhone, Internet, Blogs, Facebook, Twitter, Skype und E-Mail hat Euch die christliche Botschaft etwas gegeben! Das zeugt von Begeisterung. In der ‚Location’ Kirche geht was ab! Der Glaube macht Euch ‚fit for life’ durch die Vermittlung der mächtigsten, geistigen Energie: des Heiligen Geistes!“ Und diesen Heiligen Geist sieht Schmuttermayr sehr real, denn „Gott ist immer online, 24 x 7“! Sich im Glauben persönlich in die Gemeinschaft einzubringen, bezeichnete der Monsignore als „krass, phat, cool und crazy“. Er forderte die Jugendlichen auf, sich in der Kirche etwas zuzutrauen, Verantwortung zu übernehmen. „Ihr seid die Kirche der Zukunft“ rief er ihnen zu. „Habt Ihr das gecheckt?“ Und der über 80-jährige Prälat nahm die Antwort vorweg: „Logo. Amen!“

Die Firmspendung wurde musikalisch von modernen und melodischen Klängen der Gruppe „Mystica“ aus dem Raum Dillingen / Lauingen umrahmt. Am Ende des Gottesdienstes freute sich Monsignore Schmuttermayr, dass er die Zeremonie in Lauingen vornehmen durfte. „Es war toll heute für mich, als alter Herr unter Euch zu sein.“ Und die Freude seines Glaubens wurde sichtbar, als er beim Auszug fröhlich sein purpurnes Birett schwenkte und die Hände der Firmlinge schüttelte.

